Roter Hang

Was ist das Besondere der Weine vom Roten Hang?

Ihre filigrane Art und feinfruchtige Qualität resultiert im wesentlichen aus dem Boden, auf dem sie wachsen.

Dieser schmale Streifen sogenannter »rotliegender« Weinlagen entlang des Rheines bringt Weine von besonderer Rasse hervor – der Riesling vom Roten Hang ist das klassische Beispiel dafür. Aus dem Boden beziehen die Reben ihre Mineralstoffe, die sie bis spät in den Herbst an die Trauben weitergeben.

Durch die Hangneigung Süd bis Süd-Ost und die unmittelbare Nähe zum Rhein werden die Sonnenstrahlen über das Wasser an die Hänge reflektiert. Das rote Gestein wird dabei zum Wärmespeicher, von dem die Reben bis in den späten Herbst profitieren.

Jede der Weinlagen ist deshalb ein Erlebnis für sich.

FARBE // Niersteiner Formation

Mindestens 770 Meter mächtig ist die Serie aus rotem Gestein in der sogenannten „Niersteiner Formation“. Die rote Farbe ist auf Eisenverbindungen zurückzuführen, die sich unter subtropischen Klimaverhältnissen vor 280 Millionen Jahren gebildet haben. Durch den Druck der Überlagerung entstand aus dem Tonschlamm Tonstein und aus lockerem Sand fester Sandstein. Die Eigenschaften des roten Felsens sind vergleichbar mit Schiefer. Der Boden ist karg und kann sehr gut Wärme speichern.

ENTSTEHUNG // Der rote Fels in der Brandung

Das vor 280 Millionen Jahren enstandene rote Gestein bleibt zunächst tief in der Erde versteckt. Das Mainzer Becken füllt sich mit Wasser und überspült den roten Stein. Entlang des Oberrheingrabens kommt es immer wieder zur Unruhe. Zwischen Nierstein und Nackenheim hebt sich zum Ende des Tertiärs eine Erdkrustenscholle und der uralte rote Fels wird an die Oberfläche geschoben. Wie eine Insel ragt die Abbruchkante steil aus dem Wasser heraus.

AUSRICHTUNG // steil. süd. ost.

Die etwa 5 km lange Formation des Roten Hanges beschreibt eine scharfe Kurve. Im nördlichen Teil bei Nackenheim fallen die Weinberge steil gen Osten herab und dem Rhein entgegen. Kurz vor Nierstein wendet sich der Hang vom Rhein ab und wird zum Südhang. Immer wieder wird die Abbruchkante durch Kuppen und Einschnitte durchzogen. Teilweise stürzen die Hänge extrem steil herab, manchmal laufen sie sanft aus. So enstehen unzählige kleine Nischen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften.